Eine schwarz-weiß Fotografie des Künstlers Ulrich Wüst ist zu sehen. Im Hintergrund ein Ausschnitt mehrerer Plattenbauten in Berlin, im Vordergrund eine Treppe. Kein Himmel ist zu sehen. Das Werk wird bei der ifa-Tourneeausstellung Wandern in Geschicht. Die Fotografie von Urlich Wüst ausgestellt.
Berlin 1982. Aus der Serie: Stadtbilder. 1979–1985. 16 x 24 cm © Ulrich Wüst; ifa

Wandern in Geschichte. Die Fotografie von Ulrich Wüst

Internationale Premiere der Tourneeausstellung

23. Jul 2023
Ausstellungseröffnung: 22.07.2023
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05. Nov 2023
GoEun Museum of Photography
16 Haeun-daero 452beon-gil, Haenundae-gu
Busan

Das Werk von Ulrich Wüst wurde in den 1980er Jahren insbesondere durch seine zahlreichen Stadtbilder bekannt, die er an verschiedenen Orten der DDR aufgenommen hatte. Sie zeigen Spuren des Zweiten Weltkrieges und ungehinderten Verfall der historischen Bausubstanz. Im Mittelpunkt seines fotografischen Interesses standen jedoch die durch Unachtsamkeit und Ahnungslosigkeit ebenso wie durch Zerstörung und Wildwuchs verursachten Absurditäten städtebaulicher Situationen. So entwickelte der Fotograf seine ganz eigene visuelle Form der Architekturkritik, die bis heute nichts an ihrer Eindringlichkeit verloren hat, zumal sie nicht ideologisch argumentiert, sondern von einem Phänomensinn getragen wird, dem ein subtiler Humor ebenso wenig fremd ist wie die Ironie.

Einem breiten internationalen Publikum wurden die Fotografien von Ulrich Wüst durch seine Einladung zur documenta 14 nach Kassel 2017 bekannt.

Ulrich Wüsts fotografisches Werk, das sich im weitesten Sinne mit dem Thema deutscher Osten befasst, lässt sich auch über die versunkene DDR hinaus als Bild-Archäologie der Gegenwart beschreiben. Diese Bilder zeigen Fundstücke der "Grabungen" und sind zugleich Werkzeuge zu deren Konservierung. Wüst hat einen untrüglichen Sinn für die Zeichenhaftigkeit alltäglicher Situationen, Gegenstände und Materialien ebenso wie für die hintergründigen Bedeutungsschichten von gefundenen Bildern, wie zum Beispiel den vergrößerten Details aus DDR-Pressefotos, die den manipulativen Gebrauch der Fotografie deutlich werden lassen.

Das fotografische Werk von Ulrich Wüst kann aus verschiedenen Perspektiven wahrgenommen werden. Die Beobachtungen, die er in seinen Bildern festhält, mögen letztlich ihre Wurzeln in der deutschen Teilung und deren Überwindung haben. Sie betreffen jedoch immer auch universelle Phänomene gesellschaftlicher Wandlungen und deren materielle Erscheinungsformen. Die scheinbar lapidaren, höchst präzise komponierten Bilder sind Ergebnis langer visueller Wanderungen in gegenwärtigen Orten der jüngsten Geschichte.

Kurator der Ausstellung: Matthias Flügge

Blick hinter die Kulissen der Ausstellung

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des 140. Jahrestags der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Korea statt.

Das Logo zu 140 Jahre Deutsch-Koreanische Beziehungen ist zu sehen. Die Zahl 140 formt ein Gesicht, die Farben schwarz, rot, gold und schwarz, weiß, blau, rot repräsentieren die Flaggen der beiden Länder.
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Mit seinen über 20 laufenden Tourneeausstellungen und seinen vielfältigen Veranstaltungsprogrammen zur zeitgenössischen Kunst verbindet das ifa die deutsche Kunstszene mit internationalen Kulturschaffenden und bildet Kooperationen und Netzwerke. Die vielfach in Ko-Kreation mit Partnerinnen und Partnern vor Ort entwickelten Projekte umfassen verschiedene Disziplinen der modernen und zeitgenössischen Bildenden Kunst – von aktuellen Themen der Architektur, der Fotografie und des Designs über das Bauhaus bis hin zu monografischen Ausstellungen von Rosemarie Trockel oder Wolfgang Tillmans. Sie schaffen lokale Begegnungsplattformen und ermöglichen internationale Perspektiven auf weltweit relevante Themen. Interessierten Museen stellt das ifa darüber hinaus Leihgaben zur Verfügung.

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Kontakt

Alexander Lisewski

Linienstraße 139/140
D-10115 Berlin

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E-Mail: tourneen@ifa.de

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